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Landgericht Frankfurt am Main zur Reichweite eines Model-Release-Vertrages

TCI Rechtsanwälte vertreten erfolgreich einen Fotografen, der von einem Fotomodell wegen öffentlicher Zugänglichmachung von Bildnissen in Anspruch genommen wurde.

06.09.2017 | Urheberrecht & Medienrecht

In einem von Rechtsanwalt Stephan Breckheimer betreuten Verfahren (Vertretung des beklagten Fotografen) hat das Landgericht Frankfurt am Main in seinem Urteil vom 30.05.2017, Az: 2-03 O 134/16 klargestellt, dass ein Model-Release-Vertrag innerhalb eines tfp-Shootings im Wege der Zweckübertragungslehre dahingehend auszulegen ist, als dass dieses Vorteile für beide Seiten hat, wenn der Vertrag es einerseits dem Fotografen erlaubt, seine Arbeit zu bewerben und es andererseits dem Model ermöglicht, die Ergebnisse ebenfalls öffentlich auch zur Eigenwerbung zu verwenden. In einem solchen Fall umfasst die mittels time-for-print-Vertrag erteilte Einwilligung auch die Veröffentlichung im Internet. 

Zudem wurde festgestellt, dass persönlichkeitsrechtsverletzende Bearbeitungen von Bildnissen durch einen Model-Release-Vertrag nicht gestattet werden.

In dem Klageverfahren hat das Fotomodell den Fotografen zum einen wegen der grundsätzlichen öffentlichen Zugänglichmachung ihrer Bildnisse zum anderen wegen Hinzufügens eines Stinkefingers auf Unterlassung in Anspruch genommen. Zudem verlangte das Fotomodell Entschädigung und Schadensersatz sowie Ersatz von Abmahnkosten. Das Landgericht sah die Klage als überwiegend unbegründet an. Die Parteien hatten einen entsprechenden Model-Release-Vertrag vereinbart.

Erwähnenswert ist dieses Urteil insbesondere hinsichtlich der Auslegung des Model-Release-Vertrages, was für zukünftige Behandlung und Gestaltung solcher Verträge eine maßgebliche Orientierung sein kann.

Eine Urteilsbesprechung hat Rechtsanwalt Breckheimer auf fotorecht.news vorgenommen.

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